SG Edelweiß will die neue Trendsportart Blasrohrschießen in Hallbergmoos ausbauen.
Präzision mit Puste
Einige erinnern sich sicherlich an diesen einen Mitschüler, der aus der hinteren Bank mit Hilfe eines Strohhalms kleine Papierkügelchen nach vorne schoss. Menschen, vor allem indigene Völker in Süd- und Mittelamerika, aber auch in Südostasien, nutzen die Technik seit mindestens 3000 Jahren, allerdings nicht um Mitmenschen zu ärgern, sondern zur Jagd von kleineren Tieren und Vögeln. Das ist wissenschaftlich sowohl geschichtlich als auch archäologisch belegt. Die früheren Waffen sind aus Materialien, die die Natur bietet, wie Schilfrohr, Holz oder Bambus, heute glänzen sie im hochwertigen Aluminium oder Carbon und sind zwischen 1,20 und 1,70 Meter lang.
Gaudi beim Nischensport
Blasrohrschießen unterliegt nicht dem Waffengesetz, als Sport erfreut es sich weltweit einer immer größeren Beliebtheit, auch in Deutschland. Nur in Oberbayern schwächelt die Begeisterung des neuen Trends noch: „Hier ist es wirklich nicht sehr verbreitet“, sagt Angelika Kunert aus Nandlstadt, setzt das Rohr an, nimmt die Zielscheibe ins Visier und bläst den kleinen Pfeil mit einem kurzen, stoßartigem Ausatmen ins Ziel. Zusammen mit ihrer Schwägerin Claudia Hoffendahl und Sohn Felix stellt sie sich in einem Wettkampf dem Team Hallbergmoos (Markus und Petra Bauer, Susi Kranzfelder und Edgar Pröbster) in der Bogenund Schützenhalle. „Die sind viel besser als wir“, schätzt Petra Bauer das Vermögen des Teams humorvoll ein. Es geht entspannt zu, die „Kontrahenten“ scherzen untereinander und foppen sich gegenseitig. „Was wirklich viel Spaß macht, ist das Miteinander“, sind sich Gast- und Heimmannschaft einig: „Man unterhält sich untereinander, es ist sehr gechillt, ganz anders als bei den Schützen. Mit Pistolen oder Gewehren fokussierst du dich extrem und bist währenddessen eher ungesellig.“
Günstiger Volltreffer
Es ist ein Sportart, die körperlich zu den weniger anstrengenden zählt. Wer erwägt abnehmen zu wollen, sollte sich auf bewegungsintensivere konzentrieren. Egal ob jung oder alt, im Rollstuhl oder mit Asthma: das Blasrohrschießen gilt als inklusiv und eignet sich nahezu für jeden Menschen. „Man kann ab acht Jahren beginnen“, erklärt Edgar Pröbster: „Und im Vergleich zu anderen Sportarten ist es ein sehr günstiger Sport.“ Susi Kranzfelder nickt zustimmend: „Ein Blasrohr ist für 80 Euro zu haben.“ Petra Bauer fügt hinzu: „Das war es an Ausrüstung, ansonsten braucht man nur noch geschlossene Schuhe.“ Für die Hygiene bedarf es einer langen Schnur mit Gewicht, das ein Tuch nach jedem Durchgang nach sich zieht. Nach dem Ende des Wettkampfs kommt außerdem Desinfektionsspray zum Einsatz.
Nach dem Match ist vor dem Training: Hallbergmoos sucht neue Mitstreiter
Der Wettkampf geht über fünf Durchgänge à sechs Pfeile. Für jeden haben die Bläser drei Minuten Zeit. Gemeinsam stehen die Wettkämpfer nebeneinander und zielen auf je sechs Schießscheiben. Hat ein Team mehr als drei Mitglieder, fallen die Wertungen weg – nur die drei besten kommen in die Wertung. Wie viele Zehner, Neuner, Achter oder Ausfälle es sind, stellen alle gemeinsam fest. Auch wenn jeder betont, wie locker es zugehe, steht der eine oder andere etwas länger vor seiner Zielscheibe und begutachtet die Resultate eingehend: so ein bisschen Ehrgeiz ist dann doch erkennbar. „Ja klar, ganz ohne geht nicht“, meint Markus Bauer. Dennoch steht die Gemeinsamkeit im Vordergrund. So sitzen abschließend alle zusammen und rechnen die erzielten Ringe aus. Nandlstadt siegt: „Das war nicht anders zu erwarten, Nandlstadt ist im Gau die Hochburg im Blasrohrschießen, die haben drei Mannschaften“, kommentiert Edgar Pröbster das Ergebnis. Hallbergmoos arbeite daran die Sportart auszubauen, versichert das Team und lädt alle Interessierten ein mitzumachen. „Wer Lust hat, kann sich einfach bei uns im Schützenverein SG Edelweiß melden!“
Schützengesellschaft Edelweiß Hallbergmoos e.V.
Sport- und Freizeitpark Hallbergmoos
Am Söldnermoos 61
85399 Hallbergmoos
Kontakt:
Ludwig Lüthje
1. Schützenmeister
Mobil: 01573 4513278
E-Mail: schuetzenmeister@ sge-hallbergmoos.de
www.sge-hallbergmoos.de/ category/sparte-blasrohr/
Für Sie berichtete Manuela Praxl.





















